Medikamente, die das Voranschreiten der
Krankheit verlangsamen:*
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Acetylcholinesterase-Hemmer
(Wirkstoffe der Medikamente, die derzeit in der Schweiz erhältlich sind:
Tacrin, Rivastigmin, Donepezil, Galantamin): blockieren das Enzym
Acetylcholinesterase, dies bewirkt eine höhere Konzentration des
Botenstoffs Acetylcholin und verbessert damit die Kommunikation der
Nervenzellen; daraus folgt eine Verlangsamung des geistigen Verfalls und
unter Umständen sogar eine Besserung der Wahnvorstellungen.
- Nootropika
(Mutterkorn, Ginkgo Biloba, Piracetam, Pyritinol): regen auf
unterschiedlichste (und meist nicht nachgewiesene Art) die Gehirntätigkeit
allgemein an; man glaubt, dass dadurch unter Umständen andere Defizite
ausgeglichen werden; dies gilt jedoch nur für leichte Formen der Demenz;
meist haben diese Medikamente nur geringe Nebenwirkungen.
Medikamente zur Verbesserung der
begleitenden Schwierigkeiten
- Neuroleptika: gegen
Wahnvorstellungen
- Antidepressiva: zur
Stimmungsaufhellung bei krankhafter Niedergeschlagenheit
- Anxiolytika: gegen
krankhafte Angst und Panik
- Anti-Parkinson-Mittel:
zur Förderung der Beweglichkeit
- Beruhigungsmittel:
falls aggressives Verhalten für die Umwelt
untragbar wird
Substanzen, deren Auswirkungen auf
Alzheimer derzeit untersucht werden (u.a.)
- Glutamatantagonisten
(z.B. Memantine)*
- Östrogene
- Anti-Oxidanzien /
Radikalenfänger (z.B. Vitamine A, C, E)
- Entzündungshemmer
(z.B. Ibuprofen)
- MAO-B-Hemmer
Eine vollständigere
und aktuelle Übersicht der Substanzen, Alzheimer
Research Forum (englischsprachig). |
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Ein Wirkstoff aus Schneeglöckchen kann die Symptome
schwacher oder mittleren Alzheimer-Erkrankung einer neuen Studie zufolge
deutlich mildern. Das Ergebnis der Versuche in europäischen und kanadischen
Kliniken stellt ein Team um Gordon Wilcock von der Universität Bristol (Großbritannien)
im "British Medical Journal" (Bd. 321, S. 1445) vor.
Alzheimer-Kranke haben zu wenig von dem Nervenbotenstoff Acetylcholin im
Gehirn. Genau daran setze der neue Wirkstoff Galantamin an, wie andere
Mittel auch schon, erläuterte Prof. Hans Förstl, Direktor der
Psychiatrischen Klinik der Technischen Universität München, auf Anfrage
der dpa. Galantamin optimiere jedoch ein bereits bekanntes Wirkprinzip und
dies stimme hoffnungsvoll. Der Wirkstoff fördere einerseits die Ausschüttung
von Acetylcholin und bremse andererseits dessen Abbau. "Ob er den
anderen Wirkstoffen deutlich überlegen ist, muss sich auch nach dieser
Studie erst im klinischen Gebrauch noch beweisen", sagte Förstl. Die Ursache der Krankheit
werde jedoch mit keinem der Mittel beseitigt, die typischen
Alzheimer-Ablagerungen im Gehirn blieben. Diese Mittel packten das Problem
nicht an der Wurzel, führten aber zur deutlichen Milderung der Symptome,
sagte Förstl. Galantamin werde voraussichtlich im nächsten Jahr in
Deutschland zugelassen. Für
die internationale Untersuchung war insgesamt 653 Patienten mit schwachen
oder mittleren Formen von Alzheimer für sechs Monate entweder der Wirkstoff
Galantamin in zwei verschiedenen Dosierungen oder ein Scheinmedikament
(Placebo) gegeben worden.
Bei den anschließenden Standardtests für Gedächtnis,
Aufmerksamkeit, Sprache und Orientierung schnitten die Patienten, die das
neue Mittel bekommen hatten, signifikant besser ab. Zudem sei Galantamin gut
verträglich und zeige kaum Nebenwirkungen, berichte Wilcock. Förstl kritisierte, dass
derartige Mittel zu wenig verschrieben würden. "Sie kosten acht bis
zehn Mark am Tag. Für jeden dementen Patienten wird de facto aber nur eine
Mark pro Tag für entsprechende Medikamente ausgegeben." Das liege an
der Budgetierung, aber auch am mangelnden Verständnis der Ärzte für die
Erkrankung. Die Krankheit schreite mit den neuen Mitteln zwar noch fort,
aber der Verlauf sei zu mildern. Die Medikamente hätten auch keine so
starken Nebenwirkungen mehr wie die vor zehn Jahren. "Die Pflege bei diesen
Patienten ist das A und O. Sie kann aber durch sinnvolle Medikamente
erleichtert werden", sagte Förstl. Für die Patienten sei alles
wichtig, was Freude und Spaß macht - häufig Geselligkeit und Musik. Ein
trockenes Gehirntraining führe oft zur Demütigung der Patienten und sei
dann kontraproduktiv. dpa
Link
Association Alzheimer Suisse
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