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23.01.2004
©Bluewin 2003 |
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Teppiche für den Westen - das Elend afghanischer
Flüchtlingskinder |
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Säuglingen Opium, um ungestört Teppiche knüpfen zu können.
Auch Kinder schuften von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in
den Webereien, um ihren Familien das Überleben zu sichern.
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[sda/dpa/le] - Von Can
Merey, dpa
Für die afghanischen Flüchtlinge in dem Camp im pakistanischen
Peschawar ist Teppichweben fast die einzige Einkommensquelle.
Je nach Geschicklichkeit verdienen sie umgerechnet zwischen
2,40 Franken und 4,60 Franken pro Tag. Auf den Märkten in
Europa und den USA wird mit der Ware ein gutes Geschäft
gemacht.
Khurasan wurde 1981, zwei Jahre nach dem Einmarsch der Sowjets
in Afghanistan, als Notcamp in der Provinzhauptstadt Peschawar
nahe der afghanischen Grenze gebaut. Doch auch mehr als
eineinhalb Jahre nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan
leben noch rund 1500 Familien in den mit Lehm verputzten
Ziegelhütten - teils unter erbärmlichen Zuständen.
Malaria und Typhus
Wasser gibt es nur an Handpumpen in den staubigen Gassen, in
denen von offenen Müllhaufen ein übler Gestank ausgeht. Als
Klo dient meist ein tiefes Loch im Vorhof der Hütten. Bewohner
des Camps leiden wegen der miserablen hygienischen Bedingungen
an Durchfallerkrankungen, Malaria oder Typhus.
Wie die meisten der immer noch rund zwei Millionen
afghanischen Flüchtlinge in Pakistan würden auch die Bewohner
Khurasans gerne in ihre Heimat zurück - doch kaum einer traut
dem brüchigen Frieden dort.
Und trotz allem Elend scheint das Leben im Camp immer noch
besser zu sein als in vielen Teilen Afghanistans. So werden
dort Kinder und Jugendliche von ihren Eltern sogar in die
Teppichwebereien Khurasans geschickt - wie die Brüder Abdul
und Muhammad.
Minderjährige Teppichknüpfer
Eine Antwort auf die Frage nach ihrem Alter verhindert der
Besitzer der Weberei, doch Abdul, der jüngere der beiden,
wirkt nicht älter als zwölf. Seit einem Jahr arbeiten und
schlafen sie in der Weberei, einen Grossteil ihres Hungerlohns
von täglich rund 2,40 Franken schicken sie nach Hause. «Wir
vermissen unsere Eltern», sagt Abdul - dann fährt der
Weberei-Besitzer erneut dazwischen und beendet das Gespräch.
Zehn Jahre seien die jüngsten der Teppichknüpfer alt, sagen
Campbewohner. Auch Abdul Sattar hat in dem Alter begonnen,
inzwischen ist er 19. Von fünf Uhr morgens bis sechs Uhr
abends sitzen er und seine Kollegen in der Hocke und weben.
Zehn Tage arbeitet der geübte Knüpfer an einem Meter Teppich,
dafür bekommt er rund 46 Franken - im Westen würde der Meter
für mindestens das sechsfache verkauft, sagt ein
Teppichhändler in Peschawar.
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