jährlich neu formuliert werden. Zu bestimmten Zeiten treten neue
Influenzaviren auf, gegen die keine Immunität besteht, weil
niemand früher gegen sie exponiert worden ist. Dieses als
antigenetische Shift bezeichnete Ereignis tritt in irregulären
Intervallen auf. Einige antigenetische Shifts verursachten lokale
Epidemien oder globale Pandemien.
Die Influenza wurde zuerst
im Jahre 412 vor Christus durch Hippocrates beschrieben. Die erste
gut beschriebene Pandemie einer influenzaartigen Erkrankung trat
im Jahre 1580 auf. Seit dieser Zeit wurden 31 mögliche Pandemien
dokumentiert, davon drei in diesem Jahrhundert: 1918, 1957 und
1968. Es gibt Hinweise darauf, daß die diese Pandemien
verursachenden Viren von Tieren stammten (1918: Schwein; 1957 und
1968: Vogel). Im Jahre 1976 verursachte ein neues Influenzavirus
vom Schwein Infektionen und schwere Erkrankungen beim Menschen.
Ein Impfstoff gegen Schweineinfluenza wurde entwickelt und in
einigen Ländern angewandt, obwohl tatsächlich keine Pandemie
auftrat.
Die schlimmste Pandemie des
20. Jahrhunderts war die als Spanische Grippe bekannte, die
zwischen 1918 und 1920 weltweit mehr als 20 Millionen Menschen
tötete. Das für diese Pandemie verantwortliche Virus ist als
Influenza A (H1N1) bekannt.
Im Mai 1997 wurde in
Hongkong von einem an Rye-Syndrom gestorbenen Kind ein Influenza A
(H5N1)-Virus isoliert. Vorher infizierte das H5N1-Virus nur
verschiedene Vogelspezies, darunter Hühner und Enten. Es wurde
zuerst im Jahre 1961 aus Seeschwalben in Südafrika isoliert und
kann für Hühner tödlich sein: Im Frühjahr 1997 starben in Hongkong
Tausende von Hühnern nach der Infektion mit diesem Virus.
Nachdem im Mai 1997
der erste Fall beim Menschen bekannt geworden war, führte eine
intensive Überwachung bis Ende 1997 zur Entdeckung von 15 weiteren
Fällen, alle in Hongkong, der Special Administrative Region of
China. Obwohl die genauen Übertragungsmechanismen des H5N1-Virus
auf Menschen nicht bekannt sind, gibt es
keine klare Evidenz für eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Es
wird angenommen, daß die Infektion mit dem Virus durch Kontakt von
Menschen mit infizierten Vögeln zustande kam.
Symptome
Das Spektrum der durch
dieses Virus verursachten Erkrankung kann beim Menschen von
asymptomatischen Fällen bis zum Tode reichen. Anfangssymptome sind
Fieber, Husten und Erkältung, die meisten Infektionen führen zu
selbstlimitierenden Erkrankungen, die eine Hospitalisierung nicht
erfordern. Während generell bei Influenza ältere und junge
Altersgruppen schwerere Krankheitsverläufe zeigen, waren die
Symptome nach Infektion mit H5N1-Virus in allen Altersgruppen
schwer. Bis Ende 1997 kam es zu vier Todesfällen bei
H5N1-Infizierten: Der erste Fall, der zwei
Jahre alte Junge, der an Komplikationen des Rye-Syndroms starb,
ein 54 Jahre alter Mann, ein 13 Jahre altes Mädchen und eine 60
Jahre alte Frau. Jedoch könnte die Schwere der Infektionen bisher
nicht repräsentativ für das Spektrum klinischer Erscheinungen der
H5N1-Infektion beim Menschen sein, weil milder verlaufende Fälle
nicht zur Behandlung im Krankenhaus gekommen sind.
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